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Donnerstag, 25. März 2021
Foto: Oktalite

Smartes Licht erobert den Handel: Mit modernen Konzepten lassen sich Waren optimal präsentieren. Auch das Erfassen von Kundenströmen oder die Verknüpfung mit digitalen Anwendungen der Hygienelösungen sind mit Licht heute möglich.

Individueller, nachhaltiger, ­natürlicher und «erlebnis-schaffender»: Was für das Retaildesign im Allgemeinen gilt, betrifft das Thema Licht im Besonderen. «Händler wünschen sich eine differenzierte, individuell geplante Beleuchtung», hat Christof Volmer, Geschäftsleiter Marketing bei Bäro, beobachtet. Entsprechend gestalten sich die Lösungen der Hersteller: «Eine grosse Rolle spielen präzise Lichtverteilungen und spezielle LED-Spektren für den Handel, von warenspezifischen über farbintensivierende bis zu natürlich-sonnenlichtähnlichen Spektren.» Ziel sei eine lebendige, zonierte, durch Lichtfarben und Lichtverteilungen differenzierte Beleuchtung. «Verschiedene Studien zeigen, dass eine abwechslungsreiche, aber kontrastreduzierte Beleuchtungslösung mehr Aufmerksamkeit und Umsatz erzeugt als Flächen mit hoher Gleichmässigkeit», ergänzt Tobias Jonk, Global Product & Application Management bei Zumtobel.

Warenspezifische Beleuchtung
Jede Zone im Markt benötigt daher ihr eigenes Konzept. «Licht im Bereich Obst und Gemüse braucht etwa ein ­frisches Marktlicht, das die Farben und Texturen der Produkte authentisch und appetitlich zur Geltung bringt», sagt Thomas Korflür, Vertriebsleiter bei Oktalite. «Regale und Sortimentsgänge werden blendfrei ausgeleuchtet und laden zum Entdecken ein. Die Frischetheken, etwa für Fleisch, Fisch, Käse oder Backwaren, statten wir mit an das jeweilige Sortiment angepassten Lichtfarben aus.» Der Vorteil spezieller Food-Module liegt auch darin, dass sie produktschonend beleuchten und so die Frische so lange wie möglich erhalten, während sie gleichzeitig die Ware in echten Farben darstellen. Der Frischebereich ist eben für die Kundenbindung von besonders grosser Relevanz. Denn nichts ist enttäuschender, als zuhause eine Ware auszupacken, die anders aussieht als im Laden.

Nachhaltige Lichtplanung
Beim Thema Energieeffizienz sei «die Umstellung von konventionellen Leuchten auf LED bei den Händlern inzwischen weitgehend bewältigt», wie es bei Bäro heisst. Um Energie und damit Kosten zu sparen, rücke stattdessen «eine nachhaltige Lichtplanung im Sinne von weniger, aber besserem Licht» in den Vordergrund, wie Christof Volmer von ­Bäro erklärt. Durch bedarfsgerechte Steuerungen, die durch drahtlose Systeme auf Bluetooth-Basis erfolgen können, lasse sich der Energieverbrauch der Beleuchtung senken.
Verbessertes Einkaufserlebnis Auch «Human Centric Lighting», welches das Wohlbefinden von Kunden und Mitarbeitern fördern soll, steht verstärkt im Fokus. Zum Einsatz kommen sonnenlichtähnliche Lichtfarben, die die Aufenthaltsqualität im Markt verbessern sollen. Zudem müssten die Anforderungen an Beleuchtungsparameter der unterschiedlichen Generationen beachtet werden. So können älteren Kunden, deren Iris eine langsamere Akkommodation hat, ein blendfreies Einkaufserlebnis ermöglicht werden.

Chancen durch Digitalisierung
Mehrwert für Händler wie Kunden schafft die zunehmende Digitalisierung von Lichtkonzepten. Mit ihrer Hilfe lassen sich Kundenströme analysieren, um Grundrisse zu optimieren oder kontaktlose Zugangskontrollen zu schaffen, um im Kontext von Corona sichereres Einkaufen zu ermöglichen. «Licht schafft die perfekte Verknüpfung der digitalen und physischen Welt», erklärt Tobias Jonk von Zumtobel. Es dient als Möglichmacher, um zukunftssicher sowohl im Energie- als auch im Kundenmanagement zu agieren.

Statements

«Erfolgreiche Lichtplanung im LEH zeichnet sich dadurch aus, dass sie einerseits durch die Devise «Weniger, aber besser» die Energiekosten im Betrieb senkt, andererseits absatzfördernd und markenstärkend wirkt: Durch höhere Attraktivität, optimale Warenpräsentation, gute Orientierung im Markt sowie eine Atmosphäre, in der sich die Kunden wohlfühlen, geht die Investitionsrechnung auf. Fördermöglichkeiten im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude machen eine Umstellung von konventioneller auf LED-Beleuchtung zusätzlich attraktiv.»
Christof Volmer, Bäro Geschäftsleitung Marketing

«Durch intelligente Lösungen können für Kunden und Verkäufer deutliche Mehrgewinne realisiert werden. Dabei kommen energieeinsparende Funktionen, Indoor-Navigation, Asset Tracking, Proximity Marketing und vor allem Retail-Analytics zum Einsatz, die den Bon einer Verkaufsfläche deutlich steigern lassen. Hier geht es um Disruption – Licht ist nicht mehr einfach nur Beleuchtung, es bietet so viel mehr.»
Tobias Jonk, Global Product & Application Management, Zumtobel

«Die Investition in moderne Lichtkonzepte ist eine Investition des Retailers in seine eigene Zukunftsfähigkeit. Der LEH wird künftig noch stärker als bisher ein Ort mit Eventcharakter sein. Die originellste Einrichtung und das beste Angebot aber werden nur durch kluge, digital steuerbare Lichtinszenierungen wirklich zum Leben erweckt.»
Thomas Korflür, Vertriebsleiter Oktalite

Info

Moderne Lichtkonzepte der Hersteller im Überblick

Dynamisches Licht: Statische Umgebungen wirken unnatürlich und ausdruckslos. Durch die Veränderung des Lichts kann den speziellen Anforderungen durch Jahres- und Tageszeiten, Wetter, Zielgruppen und vor allem auch der gezielten Fokussierung auf die Ware Rechnung getragen werden (etwa Active Light-Lösungen von Zumtobel).

Speziallichtfarben: Auf die Eigenfarben der Waren optimiertes Licht. Durch das Mischen verschiedener Speziallichtfarben werden Frische und Authentizität der Produkte unterstrichen.

Personalisierung: Durch die individuelle Gestaltung des Kassenbereichs kann der Händler sich und seine Marke zum Abschluss des Einkaufs noch einmal deutlich präsentieren. Etwa durch hervorgehobene oder pulsierende Beleuchtung sowie durch Licht unterstützter Inszenierung des Markenlogos (etwa Pagoda oder Dart Number von Imoon).

Intelligente Vernetzung: Installation und Licht-Management funktionieren mit Hilfe von Bluetooth unabhängig von der sonstigen Gebäudetechnik (etwa BLE-Technik von Oktalite).

Kontaktlose Zugangskontrollen: 3D-Scanner zählen die ein- und austretenden Personen und regulieren den Zugang neuer Kunden über einen personalisierbaren Infoscreen am Eingang (etwa Store Access Management System von Trilux/Oktalite). Die erhaltenen Informationen zu den Besucherströmen lassen sich per Retail Analytics einfach mit Daten aus externen Quellen wie dem Kassensystem oder der Wetterlage verknüpfen.

Hygiene: Die Covid-19-Epidemie rückt das extrem kurzwellige, für den Menschen unsichtbare UV-C Licht in den Fokus. Diese energiereiche Strahlung zerstört das Erbgut von Viren, Bakterien und anderen Keimen und eignet sich deshalb zur Desinfektion von Oberflächen und Luftströmen. Allerdings schädigt UV-C bei direktem Kontakt auch Augen und Haut, entsprechende Strahlungsquellen müssen daher sicher abgeschirmt werden. UV-C Geräte werden wie Deckenleuchten im Raum installiert und sorgen mit effektiver Luftdesinfektion für mehr Sicherheit für Kunden und Mitarbeiter (etwa  AirCom Pro von Bäro).

Info

Die Lichtlösungen von Imoon und seiner Marke Makris für Globus
Imoon hat die lichttechnischen Konzepte für die beiden Globus-Supermärkte im tschechischen Budweis und im russischen Kaluga realisiert, letzteres in Zusammenarbeit mit Interstore | Schweitzer. Bei beiden Projekten war die grosse Raumhöhe eine Herausforderung für die lichttechnische Konzeption. Die Installationshöhe der Beleuchtungskörper ermöglicht dem Besucher sofort einen umfassenden Überblick über den gesamten Supermarkt. In einer Höhe zwischen vier und sechs Metern beleuchten spezielle Reflektoren die Informationstafeln und Wegweiser, um den Kunden die Orientierung im Markt zu erleichtern.