Ausgabe:

Sozialer Treffpunkt

Montag, 18. November 2019
Fotos: Utz GmbH & Co. KG

Nahversorger bieten nicht nur eine wohnungsnahe Versorgung. Ihre besondere Stärke liegt im persönlichen Kundenkontakt und der Funktion als sozialer Treffpunkt für die Kunden.

Vierundvierzig Prozent der Deutschen würden am liebsten auf dem Land leben, hat das Deutschland-Portal herausgefunden. Doch nur eine Minderheit praktiziert dies tatsächlich. Allerdings gewinnt – auch vor dem Hintergrund einer drastischen Verteuerung städtischen Wohnraums – in den letzten Jahren für immer mehr Menschen ein eher ländliches Wohnen an Bedeutung. Moderne Nahversorgerkonzepte übernehmen hier eine wichtige Funktion. Bei der Lebensmittelgrosshandlung Utz, MARKANT Partner und Spezialist in ­Sachen Nahversorgung, kennt man die Bedürfnisse der Kunden: «Nahversorgung bedeutet fussläufige Erreichbarkeit – und somit kurze und schnelle Wege. Der Kunde schätzt dies und den persönlichen Kontakt in kleinen Verkaufseinheiten», erklärt Jens Schröder, Leiter Vertrieb und Marketing. Mit Parkmöglichkeiten direkt vor dem Geschäft und angepassten Öffnungszeiten könnten zudem Pendler als Kunden adressiert werden. Steigende Spritkosten, eine veränderte Altersstruktur, eine steigende Zahl von immobilen Menschen und ein zunehmender Kommunikationsbedarf der Menschen: Es gibt viele Gründe, warum die Nahversorgung immer mehr an Bedeutung gewinnt – trotz einer gestiegenen Mobilität auch auf dem Land.

Rundum gut versorgt

Dabei soll der Nahversorger kein kleiner Supermarkt sein. Durch eine warme und individuelle Ladenausstattung und die persönliche Ansprache bietet der Markt ein Wohlfühlerlebnis, das mit der persönlichen Begrüssung beginnt, über individuelle Beratung und Einpacken der Ware bis hin zum persönlichen Verabschieden oder Nach-Hause-bringen des Einkaufs reicht, beschreibt man bei Utz das Ambiente. Ferner muss es in einem Nahversorger Artikel/Zusatzleistungen geben, die es anderswo nicht gibt – wie die Bistro-Ecke, den Paketshop, Lotto oder eine Reinigungsannahme.

Standortgerecht geplant

Um zukunftsorientiert und wettbewerbsfähig als Einzelhändler tätig sein zu können, bedarf es ausgereifter Konzepte und eines leistungsfähigen Grosshändlers, der das Engagement des Einzelhändlers kompetent unterstützt. Utz hat verschiedene, auf die jeweiligen Standorte zugeschnittene Vertriebskonzepte entwickelt. Dazu zählt das Um’s -Eck-Geschäft als Nachbarschaftsmarkt, der den Schwerpunkt auf Frische, Qualität, Service, Bequemlichkeit und persönliches Ambiente legt. Durch seine zentrale Lage in Wohnanlagen und Gemeinden soll dieses Vertriebskonzept die Nahversorgung in vielen kleineren Gemeinden und Stadtteilen sichern. Hinter den Um’s Eck-Läden stehen meist selbstständige Betreiber, die diese als Franchise-Märkte betreiben. Auch die Dorfläden sind ein klassisches Utz-Nahversorger-Angebot, das meist in kommunaler oder bürgerlicher Trägerschaft betrieben wird. Dabei gilt es in den multifunktionalen Dorfläden, neben der Versorgung mit Waren des täglichen Bedarfs auch Möglichkeiten zum Austausch zu schaffen, damit ein sozialer und gesellschaftlicher Zusammenhalt in den Dörfern bestehen bleibt. Mehr Leben und Lebensqualität ins Dorf (zurück-)bringen, lautet das Ziel.

Info

Neue Verkaufsräume
Die Lebensmittelgrosshandlung Utz betreibt in ihrer Vertriebsregion derzeit insgesamt 51 Dorfläden, mit zunehmender Tendenz. Sie sind nicht nur Einkaufsstätte, sondern gleichzeitig Treff- und Kommunikationsmittelpunkt im Dorf. Beispielsweise der Kramer-Laden von Hildegard Bernhard und Susanne Binder – er ist schon seit der Eröffnung 2012 eine Drehscheibe des sozialen Lebens und der bequemen Nahversorgung in Riegsee. 2019 zog der Laden vom alten Standort in eine ehemalige Bankfiliale um.  Hier entstand ein freundlicher und heller Verkaufsraum samt Küche, Lager und Sanitäreinrichtungen. Die Erweiterung um einen großzügigen Eingang, einen Pavillon mit Café-Ecke, einen Geldautomaten und der barrierefreien Zugang sind weitere Pluspunkte des neuen Kramer-Ladens. Das Sortiment hat sich zwar nicht verändert, aber am neuen Standort kann die Ware nun besser und schöner präsentiert werden. Neue Möbel wie der einladende Obsttisch zeigen auf Anhieb die Frische und Qualität der Auslage.

 

Interview

Jens Schröder, Leiter Vertrieb und Marketing, Lebensmittelgrosshandlung Utz, Ochsenhausen, erläutert, was echte moderne Nahversorger gegenüber dem stationären und Online-Wettbewerb auszeichnet.

Um’s Eck, Dorfläden, Shop n’go – wodurch grenzen sich diese Konzepte voneinander ab?
Shop n’go ist ein Vertriebstyp für den Convenience-Bereich, ausgerichtet auf den schnellen Verzehr unterwegs. Shops in Tankstellen oder Bahnhöfe sowie Kioske eignen sich dafür. Um’s Eck und Dorfläden sind die klassischen Konzepte für die Nahversorgung, die allerdings nicht nur auf dem Dorf, sondern ebenso in Stadtteilzentren oder am Stadtrand mit fussläufiger Erreichbarkeit punkten.

Auch die grossen Lebensmittelfilialisten trumpfen mit kleinen Nahversorger-Formaten auf…
Einkaufen in einem Nahversorger ist weitaus mehr als die Versorgung mit Lebensmitteln. Es ist ein Kommunikationsmittelpunkt der Gemeinde und ermöglicht nicht nur älteren Bewohnern, am Alltag und am Dorfleben aktiv teilzunehmen. Nahversorger bieten Einkaufserlebnis mit einer grossen Portion Persönlichkeit. Auch die Ausrichtung des Sortiments spielt bei der Abgrenzung zu den Supermärkten eine grosse Rolle. So können bei echten Nahversorgern regionale oder gar lokale Produkte gekauft werden, was ein Alleinstellungsmerkmal darstellt. Beim Dorfladen gibt es kein Schema F! Jeder Standort muss individuell betrachtet werden und präsentiert ein ganz eigenes Profil. Der Preis ist nicht die primäre Entscheidungskomponente – wobei unsere Konzepte auch preiswert können – wir bieten dazu die Eigenmarke der MARKANT «Jeden Tag». Im filialisierten Bereich tut sich die Nahversorgung schwer, da es meist standardisierte kleine Supermärkte sind.

Kann das Nahversorgerkonzept künftig noch gegen den wachsenden Online-Handel bestehen?
Die Kosten auf der letzten Meile sind im Online-Handel zu hoch, so wurden die hochfliegenden Expansionspläne von Online-Lebensmittelhändlern nicht umgesetzt. Nahversorger bieten alternative Konzepte wie zum Beispiel Heimlieferservice oder Abholtaxi. Hierbei haben gerade ältere Kunden die Möglichkeit, selbst einzukaufen und am Dorfleben teilzunehmen.